Wunderbar,  einen Dichter an Bord zu haben.

 

  
Wir freuen uns immer, wenn Jürgen uns anlässlich einer Feier etwas von seinen Dichtkünsten präsentiert!
 
Unser letztes Adventstreffen im Dezember 2018 im Haus Korff hat er mit diesem Gedicht wunderbar aufgelockert:
 
Es gab da so gewisse Tüten,
Vor denen galt es sich zu hüten,
Denn wurdet ihr erwischt beim Rasen,
Dann musstet ihr in solche blasen.

 

Doch diese hier müsst ihr nicht scheuen,
Ihr Inhalt dürfte euch erfreuen.
Es liebt die Frau an meiner Seite,
Die ich vor fünfzig Jahren freite,
Sich ständig Schönes auszudenken,
Und das verpackt sie zu Geschenken.

 

Es wurde wochenlang gesammelt,
Doch er ist frisch und nicht vergammelt.
Ihr kennt ihn alle ohne Zweifel,
Und manchmal stammt er aus der Eifel.

 

Oft ist er Nahrung für die Bienen,
Mal duftet er nach Nektarinen,
Beliebt ist er bei Orthopäden,
Denn er verhindert Rheumaschäden.

 

Manchmal vertreibt er nackte Schnecken
Und kann auch mal nach Starkbier schmecken,
Er wird euch übers Jahr begleiten,
Festlich ist er zu Weihnachtszeiten.
Höchst nützlich ist er, häufig köstlich,
Es gibt ihn westlich wie auch östlich.

 

In Bayerns Hauptstadt ist er milder,
Am Rhein dagegen umso wilder,
Dort findest du ihn in Museen.
Meist wird er in Regalen stehen.

 

Nach interessanten Referaten,
Da seid ihr alle gut beraten,
Den eurigen dazuzugeben,
Denn das erfrischt das Lions-Leben.

 

In diesem Sinne, liebe Freunde,
Ihr Löwenvolk, ihr Fangemeinde,
Lasst uns das Bild zusammenfügen,
Nun packt schon aus, und viel Vergnügen!

 

Jürgen Schröder     Krefeld, im Dezember 2018

 
 
 
Auch anlässlich unseres Weihnachtstreffens im Dezember 2016 hat er eine Löwenrede verfasst > >> bitte hier klicken
 
Aber nicht genug: Hier bieten wir unsern Lesern eine weitere kleine Kostprobe seines Könnens.  
              

Der Lions-Club

Ein Mensch beschloß vor langer Zeit,
Er braucht jetzt mehr Geselligkeit,
Ein anderer Mensch hat ihm geraten,
Zur Förderung von guten Taten
 
Sich Krefelds Löwen anzuschließen,
Um deren Freundschaft zu genießen.
Dort ist er dann gleich hingehüpft
Und unter ihren Helm geschlüpft.
 
Doch fordert der Beruf den Preis:
Er fehlt sehr oft im Lions-Kreis,
Und kommt er nach des Tages Hast,
Ist er am Tisch ein stiller Gast.
 
Doch das ist irgendwann zu Ende,
Man spricht mit ihm, dann kommt die Wende:
„Zwölf Jahre hast Du sanft gepennt,
Nun aber wirst Du Präsident!“
 
Ob dieses Wunsches sehr geehrt,
Hat sich der Mensch dann kaum gewehrt,
Und nun, da ihm ein Amt gegeben,
Beginnt für ihn ein neues Leben.
 
Der Mund, bisher vom Bart versiegelt,
Nun kann er reden, wie beflügelt.
Auch macht er Scherze, zwar nicht viele,
Doch immerhin, er zeigt Gefühle.
 
Und er lädt ein ins Ruhrgebiet,
Wo man die Löwen selten sieht,
Doch folgt man ihm, wenn auch mit Grausen,
Bis in das finstere Oberhausen.
 
Die Montags-Treffen sind Vergnügen,
Und er genießt in vollen Zügen,
Wenn sich Kultur und Klugheit mischen
Bei einem Part von Herrmann Frischen.
 
Der kann Geschichte griechisch-römisch,
Aber auch mährisch oder böhmisch,
Mal treibt er Bibel-Exegese,
Mal ist’s die Schlacht von Blankenese,
 
Mal auch der Sohn von Karl dem Lahmen
Oder der Sproß aus Pippins Samen,
Dieweil der Hörer höchst verwirrt
Durch diesen Wust von Fakten irrt.
 
Ein Referent, der Blödsinn sabbert,
Dem hilft voll Freude Wolfgang Gabbert.
Als Mann des Wortes und der Tat
Hält er gleich selbst ein Referat.
 
Klug reden kann auch Arno Kaiser
Als leidgeprüfter Bildungsweiser.
Erduldet hat er mit viel Weh
Fast vierzig Jahre Es-Pe-De.
 
Fred Schubert kann die Kiefer liften
Und auch ansonsten Gutes stiften.
Geschmolzenes Zahngold lässt er nützen,
Um Kinder vor der Not zu schützen
 
Und um zu lindern ihre Bürde,
Doch barmt uns auch der Tiere Würde,
Denn wie der Bauer seine Furche,
So liebt Rolf Herding Molch und Lurche.
 
Mit Fleiß und Geld macht er im Zoo
Die Schar der wilden Tiere froh.
Der Puma lässt sich wohlig sinken,
Hier darf er wie ein Puma stinken.
 
Als frankophil hat sich erwiesen
Auf vielen Reisen Wilhelm Liesen,
Er überrascht uns öfter mal
Durch ganz besondere Werte-Wahl.
 
Er steht zu all den alten Werten,
Die seine Eltern schon verehrten,
Für manchen mag’s von gestern sein,
Er tritt beharrlich für sie ein:
 
Frauen betreuen Heim und Herd,
Die Kinderkrippe ist nichts wert,
Kein Geld für Faule und Schmarotzer
Und asoziale Fernsehglotzer,
 
Mehr Zucht und Ordnung an den Schulen,
Kein Adoptionsrecht für die Schwulen,
Denn es bedroht die Homo-Ehe
Des deutschen Volkes Wohl und Wehe.
 
Heinz Schotte hat verinnerlicht,
Daß Dienen eine Lions-Pflicht,
Drum ist er schon seit langer Zeit
Zu uns und anderen hilfsbereit.
 
Ob Golfclub oder Rennverein,
Stets bringt er seine Tatkraft ein,
Für Kunden lässt er ohne Mucken
Zur Not auch Heiligabend drucken,
 
Bei Lions gibt er rastlos Rat,
Tut selber manche gute Tat
Und will, uns allen zum Ergötzen,
Den Vorstand ganz allein besetzen,
 
Denn er mag keine halben Sachen,
Drum muß er alles selber machen.
Kaum sieht er seinen Gaul verlieren,
Will er ihn fortan selbst trainieren.
 
Wär’ er statt schlank und groß sehr klein,
Dann würde er gern Jockey sein
Oder beherzt auf allen Vieren
Sich selbst als Rennpferd ausprobieren.
 
Kaum dringt ein Misston an die Ohren,
Schon schlägt die Stunde des Zensoren.
Mit Schwingen wie ein Albatros
Naht flügelschlagend Wilfried Ross.
 
Zu eigenem Beispiel gern bereit,
Singt er ein Lob der Freundlichkeit,
Auf dass  sich jeder gründlich schäme
Ob schlechter Laune oder Häme,
 
Um dann mit positivem Denken
Sich selbst und anderen Glück zu schenken.
Da freut er sich in seinem Horst,
Der gute Mensch aus Tönisvorst.
 
Ein jeder lernt auf seine Weise,
Wir machen eine Bildungsreise.
Bei solchen Reisen tut sich schwerer,
Wer ohne Führer oder Lehrer,
 
Drum werden wir sehr gern erzogen,
Von Theo, unserem Pädagogen.
Wo immer unser Ziel auch ist,
Er geht es an als Germanist.
 
Bereits im Bus liest er sonor
Die Schätze deutscher Klassik vor.
Vor Ort, wenn wir nach Wissen dürsten,
Erzählt er von den Dichterfürsten,
 
Schon sehen wir im Zusammenhang,
Was bisher fragmentarisch klang,
Und spüren den Atem der Geschichte,
Doch kennt er auch die Leibgerichte
 
Von Lessing, Klopstock oder Goethe
Oder vom Alten Fritz die Flöte,
Das Grab von seinem Lieblingshund,
Oder das Ziel vom Deutschen Bund.
 
Mit Dorothea, seinem Weib,
Sorgt er für lustigen Zeitvertreib,
Und beide bieten im Duett
Ein veritables Kabarett.
 
Der Mensch hat oft dabei gesessen
Beim jährlichen Sankt-Martins-Essen,
Doch diesmal lädt er alle ein,
Um mehr als nur dabei zu sein.
 
Voll Freude sitzt die Lions-Schar
Beim Linden-Wirt in Krefeld-Traar.
Als auf dem Teller dampft die Gans,
Bricht er die Reste von Distanz
 
Und singt, man traut den Ohren kaum,
Das schöne Lied vom Tannenbaum,
Und aus dem linken Bertold Brecht
Macht er gar einen Gottesknecht.
 
Im Juli bei der Jumelage,
Da dient die Rennbahn als Staffage.
Als sich die Lions-Freunde sammeln,
Hört man ihn niederländisch stammeln,
 
Und während flink die Pferde rennen,
Beschließt er, nie mehr einzupennen,
Denn dieses Jahr, wer hätt’s gedacht,
Das hat ihm richtig Spaß gemacht!

 

Jürgen Schröder

Krefeld, im November 2002

 

 

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